Botschafter Südtirols: Das Leben des Luis Trenker

- Luis Trenker

- (Fotos: TV Gröden)
Als Sohn des Bildhauers und Malers Jakob Trenker kam Alois Franz „Luis“ Trenker 1892 in St. Ulrich zur Welt. Dem Ruf der Berge folgte der Südtiroler schon zu Schulzeiten und verdiente in den Ferien als Bergführer und Skilehrer sein erstes eigenes Geld. Mit dem Bau des Pößnecker Klettersteigs 1912, dem ältesten seiner Art in den Dolomiten, konnte dieSymbolfigur des Alpinismus endlich auch weniger erfahrenen Bergsteigern erste hochalpine Erfahrungen vermitteln.
Ein Klettersteig oder Via Ferrata („Eisenweg“) ist eine mit Drahtseilen, Eisenbügeln und Eisenleitern gesicherte Kletterroute, die einen Eindruck davon vermittelt, was es bedeutet, am blanken Fels in einer senkrechten Wand zu hängen. Zu erreichen ist dieser wohl anspruchsvollste „Eisenweg“ der Dolomiten vom Sellajoch in kürzester Zeit über einen gut ausgebauten Weg in nordwestlicher Richtung.
An der Wand angekommen, bremst der Anblick der Vertikalen mit ihren Kesseln, Schluchten und leichten Überhängen den mutigen Tatendrang. „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber schon mancher vom Berg“, hätte Bergführer Trenker wohl ehrfurchtsvoll geflüstert, „aber du sollst auch wissen, dass du mit Vorsicht, Umsicht und erfahrener Klugheit ihnen gewachsen sein kannst!“
Ein Paradies für Kraxlhuber

- In der Welt des Luis Trenker (Foto: TV Gröden)
Zu den bekanntesten Klettersteigen der Dolomiten gehört der Pisciadùsteig. Die Krönung der zweieinhalb Stunden dauernden Kraxelei ist eine kühne Hängebrücke am Ende des Steigs. Bei rechtzeitigem Aufbruch gewährt der „Pisciadù“ ein einzigartiges Gipfelerlebnis auf 2.985 Metern. Auch Trenkers Lieblingsberg, der Langkofel, wartet mit einem ausgezeichneten Klettersteig auf: der Oskar-Schuster-Steig ist der einzige Klettersteig in den zerklüfteten Gipfeln der Langkofelgruppe und mit seinen 400 Höhenmetern in eineinhalb Stunden zu schaffen.
Natürlich geht das auch schneller, doch die Rekordjagd im Gebirge erschien Luis Trenker trotz seiner immerhin elf Erstbesteigungen nie erstrebenswert. Zu seinen „Zehn Geboten“, die als Grundlage der heutigen „Bergsteiger-Ethik“ gelten, gehören Regeln wie: „Du sollst nicht Gipfel fressen, gute Zweite sind ebenso selten wie gute Erste. Du sollst die Berge nicht durch Rekordsucht entweihen, du sollst ihre Seele suchen!“
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

- Respektvoll in der Bergwelt (Foto: TV Gröden)
Seine erste Hauptrolle bekam Luis Trenker 1924 in „Der Berg des Schicksals“, weil der vorgesehene Hauptdarsteller nicht die geringste Begabung für das Klettern zeigte. 1931 inszenierte er mit „Berge in Flammen“ seinen ersten Spielfilm – von da an war der Bergführer bei der Vielzahl seiner Filmprojekte Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Personalunion.
Das künstlerische Vermächtnis des Multitalents ist im Museum Gröden zu bestaunen. Die weltweit einzige Ausstellung zeigt in St. Ulrich, dem Hauptort des Grödnertals, neben persönlichen Gegenständen auch Fotos, Requisiten und Auszeichnungen von Trenker. Trotz eines ausgeprägten Sendungsbewusstseins und dem Hang zur Selbstdarstellung galt für Trenker das Gebot nicht zu lügen, prahlen oder aufzuschneiden. Auch die schwerste Bergfahrt sei, gemessen an anderen menschlichen Leistungen, ein Geringes.
Pilgerstätte im Ostfriedhof

- (Foto: TV Gröden)
Heute pilgern die Fans durh das Zentrum St. Ulrichs am Denkmal vorbei zum Familiengrab des Berg-fürsten. Nicht zuletzt durch sein Engagement für den Umwelt- und Naturschutz lehrte der Südtiroler zu Lebzeiten Respekt und Ehrfurcht vor Natur und Bergen. So beschreibt die letzte Weisheit des G´schichten-erzählers einen elementaren Ansatz seines Lebensentwurfs:
„Wenn man einen kleinen Augenblick nicht aufpasst, kann man das ganze Leben tot sein.“
Luis Trenker inspirierte nicht nur Bergfreunde und Cineasten in der ganzen Welt, auch Modeschöpfer nutzen den charismatischen Naturburschen und seine Authentizität als Vorbild für eine Mode, in der sich Altes und Neues zeitlos-zeitgemäß vereinen. Erhältlich ist die neue Kollektion von „Luis Trenker“ in St. Ulrich und Wolkenstein.
Tot und doch stets lebendig – in Gröden wird Luis Trenker ewig weiterleben.
(Zusammengestellt von Stefan Bücker, Quelle: Tourismusverband Gröden)
