Uraltes Brauchtum im Vinschgau - Klaubauf und schwebende Madonna

- Pfluagziachen: Die Bösen beim Knödelstehlen (Foto: Meinrad Moser)
„Reim, Reim, wem soll dia Scheib’ sein?“ Das ist Vinschger Sprachmusik von ihrer schönsten Seite. „Reim, Reim, für wen soll diese Scheibe sein?“ Dieses Ritual stammt aus einem der faszinierendsten und ältesten Bräuche im oberen Vinschgau – dem sogenannten Scheibenschlagen. Wer einmal am ersten Fasten-Sonntag spät abends bei diesem volksfestartigen Zeremoniell auf einer der vielen Anhöhen über den Dörfern dabei war, der vergisst diese Stimmung in seinem ganzen Leben nicht mehr.
Nicht minder faszinierend sind die verschiedenen Bräuche zur Nikolauszeit im Dezember. Einer der berühmtesten unter ihnen ist das „Kloosen“ in Stilfs. Junge Burschen versammeln sich jeweils am ersten Samstag im Dezember auf einem Platz oberhalb des Dorfes, um alles für den Nikolausumzug vorzubereiten. Wichtiges Requisit sind dabei die bis zu 30 Kilogramm schweren Kuhschellen.
Und selbstverständlich nehmen in dem Brückenland zwischen alpen-ländischer Tradition und venezianischer Kultur auch Bräuche rund um den Fasching und die Religion eine farbenfrohe und stimmungsvolle Stellung ein.
Texte: Pressedienst Tourismusverband Vinschgau - Zusammenstellung Südtirolprojekt