Frühlingsgefühle: Huldigung der Germanen-Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit

- (Fotos: Tourismusverband Vinschgau)
Poesievoll und voller Begeisterung huldigen die Vinschger zu Frühlings-beginn der alten Germanen-Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit. Flache Holzscheiben aus Lärchen- oder Föhrenholz von rund 15 Zentimeter Durchmesser werden in der Mitte mit einem Loch versehen, während des Winters zurechtgemacht und auf dem Ofen getrocknet. Einige besonders „wichtige“ werden auch phantasievoll bemalt.
Am Fasten-Sonntag werden dann die Scheiben an eine lange, zügige Gerte gesteckt und so lange ins offene Feuer gehalten, bis sie zu brennen beginnen. Dann werden sie kraftvoll hin und her geschwungen, und während dieses Schwingens wird der uralte Reim gesprochen. Das Grundmuster ist stets dasselbe, doch jeder Scheibenschläger kann seine Scheibe widmen, wem er mag – als Anerkennung, als Liebesbekundung oder auch, um jemanden ein bisschen zu necken.
In früheren Zeiten, als noch mehr Schüchternheit zwischen den Geschlechtern herrschte, war es für manchen Burschen eine willkommene Gelegenheit, vor allen seinen Mitbürgern im Schutz der Dunkelheit laut kundzutun, wem seine geheime Liebe gilt. Gegen Ende des Reims wir die Scheibe dann mit Schwung auf eine Steinplatte aufgeschlagen, dass sie weit in die Nacht hinausfliegt. Ein herrliches Schauspiel!
Text: Pressedienst Tourismusverband Vinschgau - Zusammenstellung Südtirolprojekt
